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Geminiden-Maximum: die besten Nächte und wo du hinschauen solltest

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Sternkarte für Berlin mit Blick nach Süden, 14. Dezember 2026, 01:04 UTC. Der Radiant der Geminiden ist mit einem Kreis markiert und steht 70° über dem Horizont, direkt neben Castor und Pollux; Jupiter und Mars leuchten tiefer im Südosten, und fünf Meteorspuren lassen sich bis zum Radianten zurückverfolgen.
Der Himmel über Berlin (52,5° N) am 14. Dezember um 01:04 UTC: Der Radiant der Geminiden steht 70° hoch über dem Südhorizont, nahe Castor. Positionen berechnet mit JPL Horizons und SIMBAD; die Meteorspuren sind nur zur Veranschaulichung eingezeichnet.SkyFlux · JPL Horizons · SIMBAD · SkyFlux (own drawing; positions from JPL Horizons and SIMBAD)

Die Geminiden sind laut der International Meteor Organization (IMO) der zuverlässigste der großen jährlichen Meteorströme. Ihr Maximum wird für den 14. Dezember gegen 14:00 UTC erwartet. In ganz Europa ist es dann Tag oder Dämmerung, und der Radiant (der Punkt, aus dem die Meteore zu kommen scheinen) steht tief oder unter dem Horizont. Doch in den vergangenen zwei Jahrzehnten kam das Maximum bis zu 17 Stunden früher als vorhergesagt, deshalb ist die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember die beste Wahl.

Welche Nacht du wählen solltest

Die Rate ist nur etwa 10 bis 12 Stunden lang hoch, rund um das Maximum (eine ZHR von 100 und mehr, siehe „Was dich erwartet“). Laut IMO lagen gut beobachtete Maxima in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwischen etwa 17 Stunden vor und 4 Stunden nach dem vorhergesagten Zeitpunkt. Für 2026 heißt das: Das Maximum kann jederzeit zwischen dem 13. Dezember, 21:00 UTC, und dem 14. Dezember, 18:00 UTC, eintreten.

Der größte Teil der europäischen Nacht vom 13. auf den 14. Dezember liegt in diesem Zeitraum. Kommt das Maximum früh, erlebt Europa es also mit hoch stehendem Radianten. Der Abend des 14. liegt näher am vorhergesagten Zeitpunkt, doch am frühen Abend steht der Radiant noch tief (in Berlin bis etwa 20:00 UTC, weiter östlich weniger lange). Ein Blick lohnt sich trotzdem: Laut IMO werden helle Geminiden im späteren Verlauf des Maximums häufiger. An der Westküste Nordamerikas endet die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erst etwa eine Stunde vor dem vorhergesagten Maximum; weiter östlich wird es früher hell.

Wo du hinschauen solltest

Geminiden können überall am Himmel aufleuchten. Verfolgst du ihre Spuren aber zurück, laufen sie alle in einem Punkt zusammen, dem Radianten. Er liegt nahe dem hellen Stern Castor im Sternbild Zwillinge.

In mittleren nördlichen Breiten geht der Radiant gegen Sonnenuntergang im Nordnordosten auf und steht mitten in der Nacht im Süden am höchsten. In Berlin (52,5° N) steht er in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember etwa von 20:45 bis 05:30 UTC höher als 40° und erreicht gegen 01:00 UTC eine Höhe von 70°. Ab etwa 57° nördlicher Breite geht er überhaupt nicht mehr unter. Je höher der Radiant steht, desto mehr Meteore siehst du; der größte Teil der Nacht ist deshalb gut geeignet.

Den Radianten selbst musst du nicht im Blick haben: Meteore in seiner Nähe hinterlassen kurze Spuren, weiter entfernte längere. Schau dorthin, wo dein Himmel am dunkelsten ist, etwa auf halber Höhe zwischen Horizont und Zenit. Wo der Radiant von deinem Standort aus steht, zeigt dir die Himmelskarte in SkyFlux.

Auf der Südhalbkugel sind weniger Geminiden zu sehen. Der Radiant liegt 33° nördlich des Himmelsäquators; von Sydney (34° S) aus steigt er höchstens 23° über den Nordhorizont, und ab 57° südlicher Breite geht er gar nicht auf. Im Osten Australiens fällt das vorhergesagte Maximum in die Dunkelheit, doch selbst dort ist nur etwa ein Drittel der Rate zu erwarten, die man bei hoch stehendem Radianten beobachtet.

Was dich erwartet

Die IMO gibt eine zenitale stündliche Rate (ZHR) von 150 an. So viele Meteore würde eine einzelne Person in einer Stunde zählen, wenn der Himmel vollkommen klar wäre, Sterne bis Größenklasse 6,5 zu sehen wären und der Radiant im Zenit stünde. Tatsächlich zählt man weniger, vor allem wegen der Himmelshelligkeit: Sinkt die Grenzgröße (die Größenklasse der schwächsten noch sichtbaren Sterne) durch Lichtverschmutzung um eins, etwa von 6,5 auf 5,5, nimmt die Zahl der Geminiden ungefähr um den Faktor 2,6 ab. Steht der Radiant zur Zeit des Maximums 60° über dem Horizont, kommst du am Stadtrand, wo Sterne bis Größenklasse 5,5 zu sehen sind, auf etwa 50 Meteore pro Stunde, unter dem hellen Himmel einer Stadt auf etwa 30 und auf dem Land unter dunklem Himmel auf etwa 80. Diese Zahlen gelten nur für das Maximum. Wenn der Radiant in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember über Berlin am höchsten steht, sind es bis zum vorhergesagten Maximum noch knapp 13 Stunden; rechne also mit weniger Meteoren, es sei denn, das Maximum kommt früh.

Die Geminiden dringen mit 35 km/s in die Atmosphäre ein, die Perseiden mit 59 km/s; deshalb wirken die Geminiden deutlich langsamer. Der Strom ist für helle Meteore und Feuerkugeln bekannt.

Der Mond ist nur eine Sichel, zu 19–27 % beleuchtet. In Berlin geht er am 13. Dezember gegen 19:00 UTC unter, am 14. gegen 20:10 UTC; danach bleibt der Himmel bis zur Morgendämmerung mondlos.

Ein Meteorstrom von einem Asteroiden

Schon gewusst?Die meisten Meteorströme stammen von Kometen, die Geminiden dagegen von (3200) Phaethon, einem Asteroiden von etwa 6 km Durchmesser. Phaethon kommt der Sonne bis auf 0,14 Astronomische Einheiten (rund 21 Millionen km) nahe, also auf weniger als die Hälfte von Merkurs kleinstem Sonnenabstand. In Sonnennähe zeigt der Asteroid einen kurzen Schweif; 2023 wiesen Sonnenobservatorien im All nach, dass dieser Schweif aus gasförmigem Natrium besteht und nicht aus Staub. Wodurch Phaethon dennoch den vielen Staub verloren hat, aus dem die Geminiden bestehen, ist bis heute ein Rätsel.

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