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Saturn steht am 4. Oktober die ganze Nacht am Himmel — so findest du ihn

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Dieser Beitrag wurde vor dem Ereignis geschrieben: Die Zeiten und Erwartungen darin sind eine Vorhersage, kein Ergebnis.

Saturn mit seinen Ringen als schmale Ellipse
Hubble, 29. August 2025: Die Ringe sind nur 2,6 Grad geöffnet, eine feine Linie quer über eine gelbe Scheibe. So nahe an der Kantenstellung waren sie gut ein Jahr vor der Nacht, um die es in diesem Text geht.NASA, ESA, STScI, A. Sánchez-Lavega (University of the Basque Country), A. Simon (NASA-GSFC), M. Wong (UC Berkeley); Image Processing: A. Pagan (STScI) Ausschnitt aus dem Original (linkes Teilbild). · CC BY 4.0

Am 4. Oktober 2026 steht Saturn in Opposition — die Erde zieht zwischen Sonne und Saturn hindurch, und der Planet kommt uns so nahe wie zu keiner anderen Zeit des Jahres. Das ist mehr als nur ein Datum im Kalender. Es bedeutet dreierlei auf einmal: Saturn geht bei Sonnenuntergang auf, steht die ganze Nacht am Himmel und ist so hell wie sonst nie im Jahr. Dieser Text zeigt dir den Verlauf der Nacht und die Himmelsrichtungen, sagt dir ohne Beschönigung, was du mit bloßem Auge, im Fernglas und im Teleskop tatsächlich erkennen kannst — und hält eine Überraschung bereit, die sich aus unserer Berechnung ergibt: Die beste Nacht ist vielleicht gar nicht der 4. Oktober.

Die Erde überholt Saturn — 68 SekundenSkyFlux · HyperFrames · Yale Bright Star Catalogue / HYG, CC BY-SA 4.0 · Die Texteinblendungen im Film sind auf Estnisch.

Was ist eine Opposition, und warum ist Saturn dann die ganze Nacht zu sehen?

Saturn umkreist die Sonne außerhalb der Erdbahn. Ungefähr einmal im Jahr — etwa alle 378 Tage — holt die Erde auf ihrer schnelleren Innenbahn Saturn ein und zieht zwischen Sonne und Saturn hindurch; dann steht Saturn in Opposition. In diesem Moment steht er an unserem Himmel der Sonne genau gegenüber, und die ganze Geometrie der Nacht folgt aus dieser einen Tatsache:

  • Die Sonne geht im Westen unter → Saturn geht im Osten auf, fast in derselben Minute.
  • Die Sonne steht mitten in der Nacht am tiefsten unter dem Horizont → Saturn steht im selben Moment am höchsten.
  • Die Sonne geht auf → Saturn geht unter.

Und weil der Abstand zwischen Erde und Saturn dann fast am kleinsten ist, ist der Planet auch am hellsten, und im Teleskop erscheint seine Scheibe am größten. Die ganze Nacht über dem Horizont, so hell wie sonst nie im Jahr, im Teleskop am größten — all das trifft in derselben Nacht zusammen.

Sonne und Saturn stehen sich, von der Erde aus gesehen, am Himmel gegenüber
Die Opposition in einem Bild: Wenn die Erde zwischen Sonne und Saturn steht, geht der Planet bei Sonnenuntergang auf und bei Tagesanbruch unter.Bild: SkyFlux

4. Oktober 2026: die Zahlen

  • Zeitpunkt der Opposition: 4. Oktober 2026, 12:12 UTC — der Moment, in dem Saturn an unserem Himmel der Sonne genau gegenübersteht, gemessen in Ost-West-Richtung entlang der Ekliptik, also der Bahn, auf der die Sonne im Lauf eines Jahres vor dem Sternhintergrund wandert. (Saturn steht 2,7 Grad südlich dieser Bahn, die drei Himmelskörper liegen also nicht exakt auf einer Geraden.) Rechnet man die 70 Minuten ein, die Saturns Licht bis zu uns braucht, setzt die Ephemeride des JPL den Zeitpunkt 17 Minuten später an, auf 12:29 UTC. So oder so ist es überall auf der Erde ein und derselbe Moment; deine Uhr zeigt ihn nur in deiner eigenen Zeitzone an.
  • Entfernung von der Erde: 8,4342 Astronomische Einheiten oder 1,26 Milliarden Kilometer.
  • Größte Erdnähe des Jahres: etwa eine Stunde und vierzig Minuten nach der Opposition. Die Bahnen sind Ellipsen, deshalb fallen die beiden Zeitpunkte nicht immer zusammen — in diesem Jahr ist Saturn im Moment der größten Nähe nur rund 106 Kilometer näher als bei der Opposition, bei einem Abstand von 1,26 Milliarden Kilometern. Sehen wird das niemand.
  • Helligkeit: Größenklasse +0,33 — heller als jeder Stern in dieser Himmelsgegend.
  • Scheinbarer Durchmesser: 19,7 Bogensekunden — der Mond hat in dieser Nacht etwa den hundertfachen scheinbaren Durchmesser.
  • Öffnung der Ringe: 7,5 Grad, und wir blicken auf die Südseite der Ringe.
  • Sternbild: Walfisch (Cetus) — die Geschichte dazu folgt weiter unten.
Schon gewusst?Das Licht, das in der Nacht des 4. Oktober dein Auge erreicht, hat Saturn 70 Minuten und 9 Sekunden zuvor verlassen. Würde Saturn genau in dem Moment verschwinden, in dem du hinschaust, würdest du ihn noch eine Stunde und zehn Minuten lang sehen. Was du von diesem Planeten siehst, ist immer schon eine Stunde und zehn Minuten alt.

Wann solltest du hinausgehen? Die Nacht verläuft fast überall ähnlich

Zur Zeit der Opposition ergibt sich aus einfacher Geometrie, wann Saturn aufgeht, am höchsten steht und untergeht, und diese Geometrie hängt kaum davon ab, wo du stehst: Saturn geht gegen Sonnenuntergang auf und gegen Tagesanbruch unter. Wir haben das für zehn Orte auf sechs Kontinenten durchgerechnet, von Reykjavík bis Ushuaia: Überall erreicht Saturn seinen höchsten Stand gegen Mitte der Nacht. Die Uhrzeit bei dir ist eine andere als auf der anderen Seite der Welt, aber die Nacht selbst verläuft fast gleich.

Teil der NachtWas passiert
SonnenuntergangSaturn geht im Osten auf, fast in derselben Minute, in der die Sonne im Westen untergeht. Noch ist er im Dunst knapp über dem Horizont — ein schönes Zeichen, dass die Nacht begonnen hat, aber für ein Teleskop steht Saturn noch zu tief.
DunkelheitDie Sonne steht achtzehn Grad unter dem Horizont, und der Himmel ist richtig schwarz. Saturn ist inzwischen über die Dächer und Baumwipfel gestiegen.
HöchststandMitten in der Nacht erreicht Saturn seinen höchsten Stand, und sein Licht durchquert so wenig Luft wie zu keiner anderen Stunde der Nacht. Jetzt ist die beste Zeit für die Ringe.
TagesanbruchSaturn geht im Westen unter, während die Sonne im Osten aufgeht. Die ganze Nacht, von Anfang bis Ende.

Wenn du nur am Abend Zeit hast, ist die Antwort einfach: Warte, bis es ganz dunkel ist, und geh dann hinaus — Saturn steht dann schon gut hoch. Wenn du die Ringe so scharf sehen willst, wie dein Teleskop sie zeigen kann, lohnt es sich, bis zur Mitte der Nacht zu warten.

Und eines kann keine gedruckte Tabelle: dir die Uhrzeiten für deinen Ort nennen. Die vier Momente folgen überall in derselben Reihenfolge aufeinander, aber die Uhrzeit verschiebt sich von Stadt zu Stadt — und dein Handy weiß, wann sie bei dir eintreten.

Die interaktiven Teile dieses Beitrags laufen in der SkyFlux-App und werden dort für deinen Standort berechnet.

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Auf der Nord- und der Südhalbkugel schaut man in entgegengesetzte Richtungen

Saturns Deklination beträgt in dieser Nacht +1,8 Grad — er steht fast genau auf dem Himmelsäquator. Das macht ihn ausnahmsweise zu einem Objekt für alle: Er ist praktisch von der ganzen bewohnten Welt aus zu sehen. Aber nicht alle schauen in dieselbe Richtung, und nicht überall steht er gleich hoch.

Reykjavík01:18 UTC27,8°im Süden
Tallinn01:12 UTC+332,5°im Süden
London00:51 UTC+140,5°im Süden
New York00:46 UTC−451,3°im Süden
Singapur00:56 UTC+889,4°im Zenit
Nairobi00:24 UTC+386,7°im Norden
Sydney00:47 UTC+1154,2°im Norden
Kapstadt00:37 UTC+254,1°im Norden
Buenos Aires00:43 UTC−353,5°im Norden
Ushuaia01:23 UTC−333,3°im Norden

Auf der Südhalbkugel schaust du nach Norden, um Saturn zu finden — nicht nach Süden, wie es ein guter Teil der auf der Nordhalbkugel geschriebenen Beobachtungstipps stillschweigend voraussetzt. Und wenn du in Sydney oder Kapstadt bist, hast du einfach den besseren Platz: Saturn steht dort mehr als 20 Grad höher als in hohen nördlichen Breiten, und das bedeutet eine dünnere Luftschicht, ein ruhigeres Bild im Teleskop und mehr Stunden über den Baumwipfeln.

Aber ehrlich gesagt: Dafür musst du nirgendwohin reisen. Selbst die geringste Höhe in dieser Tabelle reicht völlig — knapp dreißig Grad sind bei ausgestrecktem Arm ungefähr drei Faustbreiten über dem Horizont, und Saturn ist dort oben mit großem Abstand das hellste Objekt.

Zwei Beobachter, einer auf der Nordhalbkugel, einer auf der Südhalbkugel
Derselbe Planet, entgegengesetzte Blickrichtungen: auf der Nordhalbkugel nach Süden, auf der Südhalbkugel nach Norden.Bild: SkyFlux

Wo am Himmel? Im Walfisch — und der gehört nicht zum Tierkreis

Etwas, das die meisten Beobachtungsanleitungen gar nicht erst erwähnen: Am 4. Oktober 2026 steht Saturn in überhaupt keinem Tierkreissternbild. Er steht im Walfisch (Cetus) — einem Sternbild, das ein Seeungeheuer darstellt und dessen Grenze sich der Ekliptik bis auf 0,25 Grad nähert. Der Grund ist die Neigung der Saturnbahn selbst: In dieser Nacht steht Saturn 2,7 Grad südlich der Ekliptik, und damit liegt er schon jenseits der Grenze der Fische, im Walfisch. Dort bleibt er vom 6. September 2026 bis zum 24. Februar 2027.

Praktisch gesehen ist das sogar ein Vorteil: Diese Himmelsgegend ist fast leer. Der nächste Nachbar ist η Ceti, 13 Grad entfernt, mit Größenklasse 3,5 — Saturn ist etwa zwanzigmal so hell. Der hellste Konkurrent ist β Ceti, Diphda, mit Größenklasse 2,0 — doch er steht ganze 20 Grad entfernt, und selbst er ist fünfmal schwächer als Saturn. Näher als Diphda, in 15 Grad Abstand, steht γ Pegasi, Algenib, mit Größenklasse 2,8, etwa zehnmal schwächer als Saturn. Kurz: Hier kannst du dich nicht irren. Wenn du zur richtigen Stunde in die richtige Richtung schaust und dort ein ruhig leuchtender gelblicher Punkt steht, dann ist das Saturn.

Und noch eine Zugabe im selben Bildausschnitt: Neptun steht 8,6 Grad von Saturn entfernt — weniger als eine Faustbreite. In Opposition stand Neptun schon acht Tage früher, am 26. September. Mit Größenklasse 7,7 ist er mit bloßem Auge nicht zu sehen, aber mit einem Fernglas und einer genauen Karte ist er in Reichweite — und dann hast du an einem Abend gleich zwei äußere Planeten gesehen.

Aufsuchkarte rund um Saturn
Saturn ist das hellste Objekt in dieser Himmelsgegend — selbst der hellste Stern in seiner Nähe ist fünfmal schwächer. Das auf der Karte eingezeichnete Gesichtsfeld eines Fernglases (6,5 Grad) zeigt dir den Maßstab.Bild: SkyFlux · Sterne: HYG (CC BY-SA 4.0) · Sternbildgrenzen: IAU 1930 (Delporte)

Was du wirklich sehen wirst

Mit bloßem Auge. Ein ruhiger gelblicher Punkt, der nicht funkelt. Das ist ein guter Test, wenn auch kein perfekter: Sterne funkeln eher, Planeten leuchten meist ruhiger, weil die Scheibe eines Planeten so groß ist, dass sich ein Großteil des Luftflimmerns über sie hinweg ausgleicht. Von den Ringen siehst du nichts. Für Galilei sah Saturn 1610 wie drei Körper aus — eine große Scheibe mit einem kleineren Begleiter auf jeder Seite. 1612 verschwanden die Begleiter, tauchten dann wieder auf, nun wie zwei Henkel oder „Ohren“, und erst 1655 erkannte Huygens, was sie waren: ein Ring.

Mit dem Fernglas (7- bis 10-fach). Saturn ist kein Punkt mehr, sondern ein kleines Oval — sogar in diesem Jahr, in dem die Ringe nur eine schmale Ellipse bilden. Das Fernglas zeigt die ganze Spannweite der Ringe von einem Ende zum anderen, und diese Länge hängt kaum von der Neigung ab; es ändert sich nur, wie dick das Oval wirkt. Als Ringe erkennst du sie nicht, aber das Bild ist nicht mehr rund — und in dieser Streckung siehst du sie zum ersten Mal. Stütz das Fernglas irgendwo ab; frei in der Hand gehalten wackelt das Bild zu stark für dieses Detail.

Mit einem kleinen Teleskop (60–100 mm, 30- bis 50-fach). Die Ringe tauchen auf. In diesem Jahr sind sie 7,5 Grad geöffnet, das heißt, die Ellipse ist 7,7-mal so breit wie hoch — ein schlankes Oval quer über der Scheibe, noch kein breiter Ring um sie herum. Die Scheibe selbst misst 19,7 Bogensekunden.

Mit einem größeren Teleskop (ab 150 mm Öffnung, 150- bis 250-fach). Die Cassinische Teilung — die Lücke zwischen dem A- und dem B-Ring — ist 4.800 Kilometer breit, was in Saturns Entfernung 0,79 Bogensekunden entspricht. Sie ist wirklich da, aber weil die Ringe nur 7,5 Grad geöffnet sind und die Luft nie ganz ruhig ist, ist sie schwer zu sehen. Mach den Erfolg deiner Beobachtungsnacht nicht davon abhängig, ob du die Teilung erkennst.

Derselbe Saturn bei drei Vergrößerungen
Was jede Vergrößerung wirklich zeigt — und was nicht.Bild: SkyFlux

Die Ringe sind dieses Jahr 7,5 Grad geöffnet — und das ist eine gute Nachricht

Am 23. März 2025 durchquerte die Erde Saturns Ringebene. Die Ringe sind typischerweise zehn Meter dick, und aus 1,58 Milliarden Kilometern Entfernung verschwanden sie einfach — in den Teleskopen blieb eine nackte gelbe Scheibe zurück. Kaum jemand hat es gesehen: Saturn stand an diesem Tag nur zehn Grad von der Sonne entfernt und war in ihrem Glanz nicht zu erkennen — überall auf der Erde ging er fast zur selben Zeit auf und unter wie die Sonne. Das geschieht etwa alle fünfzehn Jahre.

Nach diesem Durchgang wurden die Ringe im September, Oktober und November 2025 noch einmal schmaler, bis auf etwa 0,4 Grad um den 24. November, ohne dass wir jedoch wieder genau auf ihre Kante blickten. Seitdem öffnen sie sich, wobei sie um jede Opposition herum für einige Monate wieder etwas schmaler werden — und wir sehen sie jetzt von der anderen Seite: Bis 2025 blickten wir auf die Nordseite der Ringe, jetzt blicken wir auf die Südseite, und so bleibt es, bis die Erde 2038 wieder die Ringebene durchquert. Ende Juli 2026 erreichten sie etwa 9 Grad; bis Anfang Dezember werden sie wieder schmaler, auf etwa 6 Grad. Am 4. Oktober 2026 beträgt der Winkel 7,5 Grad. Ein Jahr zuvor, bei der Opposition 2025, waren es 1,8 Grad — praktisch ein Strich. Ein Jahr später, im Oktober 2027, werden es 12,9 Grad sein. Am weitesten öffnen sie sich im Mai 2032, mit 27 Grad. Das Saturn-Magazin erzählt ausführlicher von den Ringen, den Monden und davon, warum Saturn eine geringere Dichte hat als Wasser: mehr über Saturn.

Schon gewusst?Saturn ist in diesem Jahr 0,25 Größenklassen heller als bei der Opposition im vergangenen Jahr — und 0,20 Größenklassen davon gehen allein auf die Ringe zurück. Die Entfernung macht nur etwa 0,05 Größenklassen aus. Die Ringe sind keine Dekoration: Sie sind ein eisiger Spiegel, breiter als der Planet selbst, und wenn sie sich öffnen, ändert sich die Helligkeit des ganzen Planeten. Mit bloßem Auge siehst du also unmittelbar die Folge dieser Geometrie.
Öffnung der Ringe von 2015 bis 2035
Ein Rhythmus von fünfzehn Jahren: Die Ringe öffnen sich, werden bis zur Kantenstellung immer schmaler und öffnen sich danach wieder – nun mit ihrer anderen Seite zu uns.Bild: SkyFlux · B-Winkel berechnet aus Saturns Pol (IAU) und dem Vektor Saturn→Erde

Der Mond steht nicht im Weg, wenn es darauf ankommt

Am Abend des 4. Oktober ist der Mond eine abnehmende Sichel, zu 35 Prozent beleuchtet, und vor allem geht er erst spät am Abend oder gegen Mitternacht auf, je nachdem, wo du bist — ungefähr dann, wenn sich Saturn seinem Höchststand nähert. Die erste Nachthälfte bleibt mondlos. Und selbst wenn der Mond aufgegangen ist, steht er noch tief und 107 Grad von Saturn entfernt — in einem ganz anderen Teil des Himmels. Den Blick auf die Ringe stört er überhaupt nicht; früher hinauszugehen lohnt sich nur, wenn du in derselben Nacht auch lichtschwache Nebel sehen willst.

Der 4. Oktober ist nicht die einzige Nacht — und die vom 10. auf den 11. Oktober ist sogar die beste

Das verrät dir keine Schlagzeile nach dem Muster „Heute Nacht hinschauen!“: Die Opposition ist nicht deine einzige Chance. Wir haben Saturns Helligkeit, seine Höhe und die Störung durch den Mond für jede Nacht vom 26. September bis zum 24. Oktober berechnet, und das Ergebnis ist beruhigend:

  • Während des ganzen Zeitfensters bleibt Saturns Helligkeit zwischen Größenklasse +0,33 und +0,43, und am hellsten ist er genau am Tag der Opposition: +0,33. Der Wert ändert sich dabei nicht gleichmäßig von einem Ende zum anderen: Am Tag der Opposition, früh im Zeitfenster, erreicht er seinen niedrigsten Stand und steigt danach wieder an. Bei Größenklassen bedeutet eine kleinere Zahl ein helleres Objekt, an diesem Tiefpunkt ist Saturn also am hellsten. Der ganze Unterschied beträgt ein Zehntel einer Größenklasse — zu wenig, um ihn von einer Nacht zur nächsten zu bemerken.
  • Die größte Höhe in der Nacht ändert sich im Lauf dieses Monats um weniger als ein Grad — und zwar in den meisten Breiten um fast denselben Betrag, denn es ändert sich Saturns Deklination, nicht dein Standort.
  • Das heißt: Saturn selbst verändert sich in diesem Monat kaum, aber das Mondlicht macht manche klaren Nächte viel besser als andere.

Und wenn du die allerbeste Nacht suchst: Es ist nicht der 4. Oktober. Neumond ist am 10. Oktober um 15:50 UTC — in Tokio und Sydney sind das schon die frühen Morgenstunden des 11. Oktober. Am 4. Oktober bleibt der Mond nur bis zur Mitte der Nacht unter dem Horizont und geht dann im Osten auf, weit abseits von Saturn; in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober geht er überhaupt nicht auf. Die ganze Nacht ist dunkel, nicht nur ihre erste Hälfte. Saturns Helligkeit liegt bei Größenklasse 0,36, und seine Höhe ist praktisch dieselbe wie am 4. Oktober. In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober siehst du denselben Planeten unter einem dunkleren Himmel.

Also: Geh am 4. Oktober hinaus, denn das Datum ist etwas Besonderes, und davon erzählt man Freunden leichter. Wenn dir das Wetter den Abend verdirbt, sei nicht enttäuscht — die beste Nacht kommt sechs Tage später. Und wenn der Himmel in der Stadt zu hell ist, schau nach, wie weit es sich lohnt hinauszufahren: Gute Beobachtungsplätze.

Saturns Helligkeit und Höhe über einen Monat als Linie, darunter die Mondphase
Alle Nächte eines Monats in einem Diagramm: Saturn bleibt fast gleich, nur der Mond ändert sich.Bild: SkyFlux

Wie SkyFlux dich nach draußen lockt

Die zehn Uhrzeiten weiter oben sind ein Anschauungsbeispiel, keine Anleitung — jede gilt nur für ihre eigene Stadt, denn wann Saturn am höchsten steht, hängt vom Standort ab. In deiner App findest du stattdessen deine eigenen Uhrzeiten — nicht als Text, sondern aus deinen Koordinaten berechnet:

  • „Höhenverlauf heute Nacht“ auf der Saturn-Seite zeigt dir genau diese Nacht: die Höhe Stunde für Stunde, Beginn und Ende der Dämmerung und das beste Zeitfenster als markierten Bereich. Fahr mit dem Finger die Kurve entlang, dann siehst du für jeden Zeitpunkt Höhe und Himmelsrichtung.
  • Mit „Erinnere mich“ bekommst du kurz vor dem besten Moment eine Benachrichtigung. „In den Kalender“ trägt genau diesen Moment in deinen Kalender ein.
  • „Finden“ bringt dich mit einem Tippen zur Himmelskarte, der Zielring liegt schon auf Saturn. Von dort aus hältst du das Handy hoch und folgst der angezeigten Richtung.
  • Das 3D-Sonnensystem zeigt dir, warum Saturn in dieser Nacht so steht: Verschieb die Zeitleiste und sieh zu, wie die Erde Saturn überholt. Opposition ist dann kein bloßes Wort mehr, sondern eine Stellung, die du vor dir siehst.
  • Im Kalender unter „Ereignisse“ steht „Saturn in Opposition“ bereits drin — eingetippt hat das niemand, es wird jedes Mal neu aus den Bahndaten berechnet.
  • Das Saturn-Magazin auf der Planetenseite erzählt die Geschichte der Ringe ausführlich, und das Diagramm der Ringöffnung darin richtet sich nach Datum und Uhrzeit deines Handys.

Fazit

Am 4. Oktober 2026 steht Saturn in Opposition, und etwa eine Stunde und vierzig Minuten später kommt er der Erde so nahe wie zu keinem anderen Zeitpunkt dieses Jahres. In dieser Nacht geht er bei Sonnenuntergang auf, erreicht mitten in der Nacht den höchsten Punkt seines Bogens — von den meisten Orten der Nordhalbkugel aus genau im Süden, von den meisten Orten der Südhalbkugel aus genau im Norden und nahe dem Äquator fast senkrecht über dir — und geht bei Tagesanbruch unter. Mit Größenklasse +0,33 ist er das hellste Objekt in dieser Himmelsgegend; die Ringe sind 7,5 Grad geöffnet. Bis Anfang Dezember werden sie noch etwas schmaler, danach öffnen sie sich wieder, bis sie 2032 am weitesten offen stehen. Der Mond hat das letzte Viertel gerade hinter sich und geht erst spät am Abend auf, die erste Nachthälfte bleibt also dunkel. Und falls es am 4. bewölkt ist, gibt es eine noch bessere Gelegenheit: In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober ist Neumond, der Mond bleibt die ganze Nacht unter dem Horizont, und Saturn ist kaum schwächer.

Nimm ein Fernglas mit, wenn du eines hast. Wenn nicht, geh einfach hinaus — ein ruhiger gelber Punkt am Himmel, der kaum funkelt, ist schon für sich sehenswert. Saturn ist 1,26 Milliarden Kilometer entfernt, und sein Licht war siebzig Minuten unterwegs.

Quellen und Lizenzen

  • Titelbild — ESA/Hubble heic2612a · CC BY 4.0 · esahubble.org/images/heic2612a/
  • Ephemeriden — astronomy-engine (JPL DE405/DE441) · SkyFlux
  • Sterne und Sternbildgrenzen — HYG database (CC BY-SA 4.0) · IAU 1930 constellation boundaries (Delporte)

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